10. Bogeys and Friends - VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim Business Cup am 02.10.2018

by Alfred Koch

Standing Ovations beim Jubiläum

Eine rauschende Ballnacht mit viel Prominenz und sozialem Hintergrund war der krönende Abschluss beim zehnten Business-Cup in der schwäbischen Golf-Idylle Marhördt, wo die Bogeys Baden-Württemberg mit Freunden und Geschäftspartnern nicht nur eindrucksvoll feierten, sondern auch großzügig spendeten. Mit Hilfe von Sponsoren und Gönnern, allen voran Golf-Hausherr Peter Noller und die Volksbank Schwäbisch Hall-Crailsheim, konnte Ober-Bogey Klaus Sattler einen Gesamtbetrag von 15750 Euro für soziale Projekte präsentieren. Hauptnutznießer war diesmal mit einem 10.500 Euro-Scheck das Spiel- und Kulturhaus „Heimbacher Hof“, eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Schwäbisch Hall, deren Werkstatteinrichtungen im Frühjahr bei einem verheerenden Großbrand komplett vernichtet ...

worden waren. Weitere 3.750  Euro kamen dem Förderverein zur Unterstützung neurologisch erkrankter Kinder am Olgahospital Stuttgart zugute. Dass diese Mittel im „Olgäle“ an der richtigen Stelle greifen, dafür engagieren sich die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Karin Maag als Schirmherrin ebenso wie Sattler-Ehefrau Elke. Zusätzlich erhielt Marhördts Nachbarort Grab im Rahmen der Aktion gegen den Herztod einen Defibrillator im Wert von 1.500  Euro

Damit haben die Bogeys, ein Freundeskreis golfender (ehemaliger) Spitzensportler, Künstler, Geschäftsleute und Medienvertreter, seit 2001 nahezu 1,5 Millionen Euro für soziale Projekte „eingespielt“. Höhepunkt der Jubiläumsfeier in Marhördt war eine von Standing Ovations begleitete Laudatio von SWR-Grandseigneur Gerhard Meier-Röhn, der mit emotionalen Worten die grandiose Pionier- und Aufbauarbeit von Bogeys-Gründer Klaus Sattler würdigte. In der Tat produziert der ehemalige  Lotto-Kommunikationschef  auch im Ruhestand immer wieder neue Ideen, um Golf mit Benefiz zu verbinden. Und er wirkt kein bisschen müde. 

Der harte Kern der Bogeys und seine treuen Sponsoren-Freunde hatten ihm nahezu vollzählig die Reverenz erwiesen. Wie üblich stellte die Fußball-Fraktion das größte Kontingent – angefangen von Karl Allgöwer, Hansi Müller, Mario Basler, Buffy Ettmayer, Cacau, Rainer Schütterle, Hans Michelberger, Bernd Dreher und Herbert Rudel (Fotos) bis hin zu Weltmeisterin Renate Lingor. Auch für  andere ehemalige Spitzensportler war die Teilnahme eine Ehrenpflicht: Ausnahmefechter Alexander Pusch, Skisprung-Idol  Martin Schmitt, Box-Weltmeister Sven Ottke und Tennis-Routinier Rod Frawley aus Australien. Als „Special Guests“ waren der frühere Mercedes-Sportchef  Norbert  Haug und Max Nagl, Team-Weltmeister im Motocross, am Abend anwesend.  Derweil musste Sprinter-Legende Heinz Fütterer kurz vor seinem 87. Geburtstag aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Als weitere VIPs mit Bogey-Status waren Bestseller-Autorin Gaby Hauptmann, Flippers-Sänger Olaf  Malolepski,  Comedian Roland Baisch, TV-Anwalt Ingo Lenßen, die Bundestagsabgeordnete Karin Maag, SWR Landesschau Moderator Jürgen Hörig, Schönheitschirurg Christian Fitz und Ex-Flughafenchef Georg Fundel vor Ort. Zum Kreis der besten Freunde zählen außerdem Eberhard Spies (Vorstands-Vorsitzender Volksbank) und Südwestmetall-Boss Stefan Wolf. Dazu viele   „Dauerbrenner“ aus den unterschiedlichsten Branchen, die dem olympischen Gedanken huldigen: Dabeisein ist alles. Und Spenden für soziale Zwecke bedürfen im Kreise der Bogeys-Familie keines speziellen Werberummels.

Ganz oben auf dem Credo der Bogeys steht der bescheidene Gedanke, über alle Grenzen und Generationen hinweg Freundschaften zu pflegen und dabei jene Menschen nicht zu vergessen, die im Schatten stehen. Die gemeinsame Lust am Golfspiel dient als Sammel- und Ladestation, von dort aus wird der Strom in die betroffenen Notstandsgebiete weitergeleitet. Klaus Sattler fungiert als Verteiler, und seine Bogeys transportieren die Funken. Wie lange noch, steht in den Sternen. Derzeit sieht es so aus, dass der Mittsechziger noch ein paar Jährchen dranhängt. Sichtlich bewegt von der geballten Sympathie-Welle, ließ er unter tosendem Beifall verlauten: „Ich verspreche euch, dass ich so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden werde.“  Worauf Otto Leibfritz, Präsident des Golfverbandes Baden-Württemberg, sich veranlasst sah, den agilen Bogeys-Boss ob seiner Verdienste um nachhaltiges Charity-Golf für eine Ehrennadel beim Deutschen Golfverband vorzuschlagen.

Noch höhere Phonstärken wurden beim Kurz-Auftritt von Ex-Flippers-Sänger Olaf Malolepski gemessen. Der 72-Jährige mit der fülligen (dunklen) Haarpracht ist nach wie vor als Solist musikalisch unterwegs und fühlt sich als Stammgast der Bogeys besonders seinem Fan Klaus Sattler verbunden. Da konnte er gemäß seines neuesten Album-Titels „Tausendmal ja“ nicht nein sagen, als es um eine Gesangseinlage ging. Und das Gros der 150 Gäste im Partyzelt hielt es nicht mehr auf den Sitzen, als Olaf der Flipper im Zusammenspiel mit dem Trio „time4music“ mit einem Schlager-Potpourri die 70er-Jahre wieder aufleben ließ. Die Aufforderung ergab sich von selbst: schunkeln, klatschen, mitsingen – da blieben gar Schlagermuffel nicht ruhig.

Gemessener ging's bei der Siegerehrung zu. Der von anhaltender Sommerhitze noch gebräunte Platz hatte den 102 Benefiz-Golfer(inne)n im Verbund mit beißendem   Wind alles abverlangt. Entsprechend hoch war die Quote der Gescheiterten. Allerdings ohne Folgen, denn die Spielleitung hatte in weiser Voraussicht die Vorgabewirksamkeit aufgehoben. Gleichwohl, trotz aller Widrigkeiten gab es eine Reihe höchst bemerkenswerter Ergebnisse. Freuen konnten sich vor allem die zwei Bogeys-Glückspilze Ingo Lenßen und Martin Schmitt, denen jeweils ein Eagle gelang (zwei Schläge unter Loch-Standard). Für Golf-Neuling Schmitt war's eine Premiere. Er selbst konnte es kaum fassen, dass sein zweiter Schlag an Bahn 10 (Par 4) aus gut 70 Metern direkt im Loch gelandet war.

Unterdessen nutzte der Anwalt mit dem Ringelschnauzer (Lenßen) nach seinem Eagle am Par-5-Loch Nr. 3 die Gunst der Stunde zu einer Superrunde und unterbot sein Handicap (11,0) am Ende um drei Schläge (39 Netto). Fast hätte es sogar zum Bruttosieg gereicht (27 Punkte), den letztlich Lokalmatador Volker Wieczorek (30) heimbrachte. Sattler-Sohn Niklas, der mit dem niedrigsten Handicap antrat (4,5), musste sich durch Computer-Entscheid mit Rang drei begnügen. Im Netto der Klasse A hatte Bernd Dreher, einstmals  Deutschlands erfolgreichster Ersatztorwart beim FC Bayern, mit stattlichen 42 Punkten die Nase vorn. Das Netto B sicherte sich Renate Lingor (38 P.) vor Gerd Heinrich (38) und Cacau (36). Im grünen Bereich blieben auch Hansi Müller und Susi Ettmayer (je 37 Punkte). Besonders  strahlte bei den Bogeys-Damen Schütterle-Partnerin Jana Vogel (Hcp 4,5) über ihre 29 Brutto-Punkte, mit denen sie erstmals Sandra Moll (27) hinter sich ließ.

Wer auf dem Golfplatz keine Einstellung fand, bekam am reich gedeckten Abend-Buffet mit Köstlichkeiten aus Nollers berühmter Küche eine zweite Chance, um auf wärmere Gedanken zu kommen. Den meisten gelang hier der Stimmungsumschwung. Und spätestens in einem Jahr werden die Karten neu gemischt, wenn der 11. Business-Cup ansteht. Bis dahin wird wieder Gras gewachsen sein über Marhördts  strapazierte Golffluren, und auch Hausherr Peter Noller, diesmal aus familiären Gründen verhindert, wird sicher wieder die Bogeys&Friends persönlich begrüßen.